Aufschwung nach 15 Jahren schwacher Entwicklung: Warum Schwellenländermärkte heute wichtiger sind denn je

Veröffentlicht am
4. Mai 2026
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4 Minute(n) Lesedauer

In den vergangenen 15 Jahren galten die Schwellenländermärkte meist als Synonym für Enttäuschung. Diese Wahrnehmung steht zunehmend im Widerspruch zur strukturellen Realität dessen, was aus dieser Anlageklasse geworden ist.

In dieser Zeit spielten die Schwellenländer bei globalen Portfolioallokationen nur eine untergeordnete Rolle. Anleger hatten sich an Underperformance gegenüber Industrieländern, andauernde makroökonomische Bedenken und die Wahrnehmung höherer Volatilitäten gewöhnt.

Die Reaktion der Investoren bestand (vielleicht verständlicherweise) darin, ihre Anlagen schrittweise zu reduzieren und ihr Kapital auf die entwickelten Märkte, insbesondere auf US-Aktien, zu konzentrieren. Wir bei Carmignac sind der Ansicht, dass Anleger diese Entscheidung nun überdenken sollten, da sich die strukturellen Grundlagen der Schwellenländer für alle Anlageklassen derzeit entscheidend verändern.

Schwellenländer erwirtschaften heute rund 40 % des weltweiten BIP und fast 70 % des realen Wachstums weltweit, machen jedoch nur 11 % der globalen Aktienindizes aus1.

Naomi Waistell und Xavier Hovasse, die gemeinsamen Fondsmanager des Carmignac Portfolio Emergents, haben dazu eine eindeutige Meinung: „Diese Diskrepanz ist nicht nur eine statistische Ausnahme, sondern eine falsche Einschätzung der globalen wirtschaftlichen Realität. Die Anleger halten weiterhin an einer veralteten Sichtweise fest: Schwellenländer als anfällig, rohstoffabhängig und politisch eingeschränkt. In Wirklichkeit haben sie sich zu diversifizierten, zunehmend autarken und innovationsgetriebenen Volkswirtschaften entwickelt. Wer diesen Wandel nicht erkennt, verpasst die Chance, in genau jenen Regionen zu investieren, die das weltweite Wachstum vorantreiben.“

Vom günstigen Beta zum strukturellen Wachstum

Das traditionelle Argument für ein Schwellenländer-Engagement beruhte auf einer gehebelten Teilnahme an globalen Wachstumszyklen: ein hohes Beta, das von Rohstoffpreisen und Liquiditätsbedingungen getrieben wurde. Doch dieses Paradigma hat sich gewandelt.

Das heutige Schwellenländer-Universum zeichnet sich durch technologische Führungsrollen, industrielle Transformation und eine Expansion der Binnennachfrage aus, die sich selbst trägt und nicht von der Nachfrage der Industrieländer abhängig ist.

„Insbesondere Asien steht im Zentrum des globalen Innovationsökosystems. Taiwan und Korea sind für die Halbleiter-Lieferkette unverzichtbar. China ist führend in den Bereichen Robotik, Elektrofahrzeuge und industrielle KI. Indien und Südostasien treiben die digitale Transformation in großem Maßstab voran“, so die Fondsmanager des Carmignac Portfolio Emergents.

„Entscheidend ist, dass KI in den Schwellenländern – anders als in den Industrieländern – nicht nur ein Schlagwort ist. IT ist bereits fest in der Realwirtschaft verankert, sorgt für Produktivitätssteigerungen, senkt Kosten und verbessert die Margen.“

Insbesondere Asien steht im Zentrum des globalen Innovationsökosystems. Taiwan und Korea sind für die Halbleiter-Lieferkette unverzichtbar.

Naomi WAISTELL

Fund Manager
Quelle und Urheberrecht: Citywire. Naomi WAISTELL wurde von Citywire für seine/ihre rollierende dreijährige risikobereinigte Performance aller vom Manager verwalteten Fonds bis zum 31. März 2026 mit + bewertet. Die Citywire-Fondsmanager-Ratings und Citywire-Rankings sind Eigentum von Citywire Financial Publishers Ltd („Citywire“) und © Citywire 2025. Alle Rechte vorbehalten. Die Bezugnahme auf ein Ranking oder eine Auszeichnung ist keine Garantie für die zukünftigen Ergebnisse des OGAW oder des Managers. Die Wertentwicklung in der Vergangenheit ist nicht unbedingt ein Indikator für die zukünftige Wertentwicklung.

Solidere Fundamentaldaten, höhere Qualität

Die Bonitätsverbesserung von Schwellenländer-Unternehmen und -Staaten ist einer der am wenigsten beachteten Aspekte dieses Wandels. Die Haushaltslage in vielen Schwellenländern ist disziplinierter als in den Industrieländern. Die Zentralbanken haben ihre Glaubwürdigkeit wiederhergestellt: Die Realzinsen befinden sich auf dem höchsten Stand seit 20 Jahren, was die orthodoxe Geldpolitik widerspiegelt und bei einer Normalisierung der Inflation erheblichen Spielraum für eine Lockerung schafft.

Auf Unternehmensebene sind die Bilanzen solider, die Eigenkapitalrenditen verbessern sich und die Kapitalallokation erfolgt zunehmend disziplinierter. Die Dividendenrenditen werden immer attraktiver, und Aktienrückkäufe haben in Teilen Asiens mittlerweile Rekordhöhen erreicht. Die Rücknahme von Aktien in Korea stieg von 4,5 Billionen KRW im Jahr 2023 auf fast 18 Billionen im Jahr 20252 – ein klarer Beweis dafür, dass sich die Reformen im Bereich der Unternehmensführung in aktionärsfreundlichem Verhalten niederschlagen.

Die Einschätzung von Waistell und Hovasse dazu ist eindeutig: „Der traditionelle Qualitätsabschlag, der bei Schwellenländermärkten zur Anwendung kommt, ist zunehmend überholt. Dennoch spiegeln sich die niedrigeren Bewertungen weiterhin wider.“

Der MSCI Emerging Markets index notiert bei einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von rund 11,9 für das Jahr 2026, was etwa 43 % unter dem Niveau von US-Aktien und 32 % unter dem des MSCI World Index liegt. Bei Schwellenländer-Aktien wird für 2026 ein Wachstum für den Gewinn pro Aktie im mittleren bis hohen Zehnerbereich prognostiziert, was deutlich über dem Industrieländer- Konsens liegt; dennoch werden sie mit einem Kurs-Gewinn-Wachstums-Verhältnis (PEG-Ratio)3 von unter 1 gehandelt, während es in den Industrieländern bei etwa 1,7 liegt4.

„Diese Kombination aus höherem Wachstum bei niedrigeren Bewertungen ist selten. Und historisch gesehen war dies ein wichtiger Motor für eine langfristige Outperformance“, sagen die Fondsmanager.

Die gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen bieten zusätzliche Unterstützung. Ein nachgebender US-Dollar verringert den Druck auf die Bilanzen und stützt die Bewertungskennzahlen der Schwellenländer. Die Inflation hat sich in den meisten Anlageklassen normalisiert und die hohen Realzinsen bieten attraktive Möglichkeiten für eine Carry-Strategie. Im Vergleich zu den entwickelten Märkten, die mit einem nachlassenden Wachstum, hoher Verschuldung und einer extremen Konzentration an den Aktienmärkten zu kämpfen haben, verschiebt sich die relative Attraktivität der Schwellenländer in einer Weise, die sich in den meisten institutionellen Portfolios noch nicht widerspiegelt.

Der traditionelle Qualitätsabschlag, der bei Schwellenländermärkten zur Anwendung kommt, ist zunehmend überholt. Dennoch spiegeln sich die niedrigeren Bewertungen weiterhin wider.
[Management Team] [Author] Hovasse Xavier

Xavier HOVASSE

Head of Emerging Equities, Fund Manager

Konzentrationsrisiko und Diversifikationsargumente

Globale Portfolios bergen heutzutage erhebliche versteckte Risiken. Ein starker Fokus auf US-Aktien in Verbindung mit einer extremen Konzentration auf eine Handvoll Technologie-Megacaps birgt Bewertungsrisiken, Konzentrationsrisiken und Regimerisiken – also das Risiko, dass die Unternehmen, die seit einem Jahrzehnt für Renditen gesorgt haben, von einer neuen Generation von Gewinnern verdrängt werden.

Schwellenländer sind hier meist etwas anders strukturiert, sie bieten diversifizierte Wachstumstreiber über Regionen, Sektoren und Themen hinweg sowie eine geringere Korrelation mit den Entwicklungen, die die Performance von US-Aktien in den letzten Jahren bestimmt haben.

Waistell und Hovasse vertreten die Ansicht, dass die nächste Phase der Schwellenländerperformance nicht vom allgemeinen Markt-Beta bestimmt sein wird. Die Streuung nimmt über Länder, Sektoren und einzelne Unternehmen hinweg zu. Von entscheidender Bedeutung sind in diesem Umfeld aktive Verwaltung, Überzeugung und eine disziplinierte Aktienauswahl.

„Die Gewinner werden nicht der Markt sein. Sondern eher konkrete Unternehmen und Themen, die durch fundierte Analysen und praktische Kompetenz ermittelt werden“, fügen sie hinzu.

Ihrer Ansicht nach ist eine weiterhin deutliche Schwellenländer-Untergewichtung keine neutrale Position: „Schwellenländer sind nicht nur eine Chance. Wenn man sie ignoriert, stellen sie ein Risiko dar. Anleger, die hier weiterhin untergewichtet sind, setzen damit faktisch stark und implizit darauf, dass das globale Wachstum weiterhin von den Industrieländern bestimmt wird, dass sich Innovationen weiterhin auf eine Handvoll US-Unternehmen konzentrieren und dass Bewertungsunterschiede auf unbestimmte Zeit bestehen bleiben. Das sind zunehmend unsichere Annahmen.“

Im Vergleich zu ihrem Anteil an der Weltwirtschaft fließt nach wie vor deutlich zu wenig Kapital in die Schwellenländer. Da sich die Einschätzungen ändern, könnte schon eine bescheidene Umschichtung als starker zusätzlicher Rückenwind wirken.

Unser Team für Schwellenländer-Aktien ist der Ansicht, dass diese Anlageklasse einen tiefgreifenden Wandel durchläuft: von zyklisch zu strukturell, von einer Randerscheinung zu einem zentralen Faktor des globalen Wachstums, von einer Quelle der Volatilität zu einer Quelle der Diversifikation und langfristiger Rendite. Die Fundamentaldaten verbessern sich, die Bewertungen sind attraktiv und das makroökonomische Umfeld entwickelt sich zugunsten dieser Anlageklasse.

„Wir erleben nicht nur eine konjunkturbedingte Erholung, sondern einen strukturellen Wandel dieser Anlageklasse, der ihre Rolle in globalen Portfolios neu definiert“, schlussfolgern Waistell und Hovasse. „Die eigentliche Frage ist nicht mehr, ob Anleger in Schwellenländer investieren sollten. Die Frage ist, ob sie es sich leisten können, darauf zu verzichten.“

Dieser Artikel erschien ursprünglich auf Trustnet.

1Quellen: BoAML Research, Bloomberg, 12.01.2026.
2Quelle: NVIDIA, Schätzungen von BofA Global Research, Oktober 2025.
3PEG ratio: price/earnings to growth ratio.
4Quellen: MS Research, Bloomberg, 15.04.2026.

Carmignac Portfolio Emergents

Vielversprechende Aktien-Chancen in den Emerging Markets nachhaltig nutzen

Carmignac Portfolio Emergents F EUR Acc

ISIN: LU0992626480
Empfohlene Mindestanlagedauer
5 Jahre
Risikoskala*
4/7
SFDR-Klassifizierung**
Artikel 9

*Die Definition der Risikoskala finden Sie im KID/BIB (Basisinformationsblatt). Das Risiko 1 ist nicht eine risikolose Investition. Dieser Indikator kann sich im Laufe der Zeit verändern. **Die Offenlegungsverordnung (Sustainable Finance Disclosure Regulation - SFDR) 2019/2088. Die SFDR-Klassifizierung der Fonds kann sich im Laufe der Zeit ändern.

Hauptrisiken des Fonds

Aktienrisiko: Der Fonds kann von Aktienkursschwankungen betroffen sein, deren Ausmaß vom Handelsvolumen der Aktien, der Marktkapitalisierung oder anderen externen Faktoren abhängt.
Schwellenländer-risiko: Die Rahmenbedingungen und die Aufsicht in „aufstrebenden“ Märkten können von den Standards der etablierten internationalen Börsen abweichen und sich auf die Preise der börsennotierten Instrumente auswirken, in die der Fonds investieren kann.
Währungsrisiko: Das Währungsrisiko ist mit dem Engagement in einer Währung durch Direktanlagen oder Derivate verbunden, die nicht die Bewertungswährung des Fonds ist.
Risiko durch aktive allokations-entscheidungen des portfoliomanagements: Die von der Verwaltungsgesellschaft erwartete Entwicklung der Finanzmärkte wirkt sich direkt auf die Performance des Fonds aus, die von den ausgewählten Titeln abhängt.
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